„Auf Pfaden gehen“


auf gehen 1

GIB ZEIT-Broschüre

Dieses zweite Buch von Liane Boy und Uwe v. Stosch ist - ebenso wie ihr erstes "Die Welt mit den Augen verstehen" - eine kommentierte Zusammenstellung von Erfahrungsberichten.

Man versteht den Titel: "Auf Pfaden gehen", wenn man das vorangestellte Zitat von Hugo Kükelhaus liest (ich finde es so gut, dass ich es abschreibe...):

"Man stelle sich vor... eine lange Strecke über eine schnurgerade, ebene, hell erleuchtete, völlig hindernisfreie Betonbahn gehen zu müssen. Dass man nach 4 oder 5 km solcher eintöniger Lauferei ermattet sein wird, leuchtet ohne weiteres ein.

Es leuchtet aber auch ein, dass es einem ganz anders erginge, wenn man die gleiche Strecke durch einen Wald gehen würde. Dort ist der Weg nicht schnurgerade, sondern gewunden. Es geht auf und ab: über Stock und Stein. Da sind schlüpfrige Stellen. Das Licht ist dämmrig. Man muss dauernd balancieren. Ergebnis des Waldgangs: man ist erfrischt, fühlt sich wie neugeboren."

Barbara Mekhneche hat dieses Zitat in eine schöne Titelzeichnung umgesetzt.

Es sind die Erfahrungsberichte von Eltern gehörloser Kinder und von gehörlosen Erwachsenen, die von diesen Pfaden über Stock und Stein erzählen. Von den immer wiederkehrenden Ängsten, von dem Überdenken vorgefasster Meinungen, dem Zuwachs an Selbstbewusstsein und schließlich von der großen Bereicherung, die das Leben mit Gehörlosigkeit bedeuten kann. Für kein Kind und keine Familie gibt es den gleichen "richtigen" Weg.

Das Buch enthält auch eine Diskussion über das Cochlear Implant (thematisch zusammengefasste Beiträge aus dem Internet), zur Zukunft der Gebärdensprache (die Bedrohung durch Werbekampagnen der CI-Firmen, Ärzte und Pädagogen wird zu Recht angeprangert, aber die positive Perspektive: politische Anerkennung, wachsendes Interesse der Hörenden kommt etwas zu kurz) und stellt Projekte der Begegnung zwischen gehörlosen Erwachsenen und Familien mit gehörlosen Kindern vor (Kanada, USA, Deutschland).

Für ratsuchende Eltern ist diese zweite Sammlung ein weiterer Erfahrungsschatz und wird ihnen helfen, eine gute Entscheidung für ihr Kind zu finden. Viele Berichte geben Mut und Zuversicht.

Der letzte Satz des Buches sollte Leitsatz für jede gute Beratung sein:

"Zuletzt halten wir es für wichtig, dass Eltern für die von

ihnen gewählten Wege Respekt erfahren und ihnen gleichzeitig

stets neue Wege offen stehen."

(Helga Ulbricht)

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