Gebärdensprache/Gehörlosengemeinschaft


Die Maske der Barmherzigkeit. Unterdrückung von Sprache und Kultur der Gehörlosengemeinschaft


3-927731-55-2

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

„Die Maske der Barmherzigkeit“ ist nach „Mit der Seele hören“ die zweite große Monographie von Harlan Lane über die Geschichte der Gehörlosen. Galt sein Interesse in seinem ersten Werk der Wahrnehmung und Unterdrückung der Gebärdensprache in Europa und Amerika des 18. und 19. Jahrhunderts, beschäftigt er sich in dem vorliegenden Buch mit Strategien der Unterdrückung der Gehörlosengemeinschaft, die er in einen historischen und ideengeschichtlichen Zusammenhang mit der Kolonialisierung fremder Völker und der Vernichtung ihrer Sprachen und Kulturen stellt.

Im Zentrum steht die Situation in den Vereinigten Staaten. Anlaß ist das zunehmende Interesse am Cochlea-Implantat, einem „bionischen Ohr“, das nach dem Scheitern der oralistischen Gehörlosenpädagogik die letzte Gelegenheit bietet, statt sich mit der Sprache und Kultur Gehörloser auseinanderzusetzen, nur ihr Defizit zur Kenntnis nehmen. Verspricht es doch aus dem Gehörlosen einen Schwerhörigen und aus dem Schwerhörigen einen schlecht Hörenden zu machen. Vom audistischen Establishment wird die Existenz einer Gehörlosengemeinschaft, die ihre Sprache und Kultur entwickelt und pflegt, geleugnet, und das Bild von Behinderten aufrechterhalten, die der Fürsorge und Therapie bedürfen. Hinter der Maske der Barmherzigkeit verbirgt sich die Strategie der Hörenden, die Gehörlosengemeinschaft zu dominieren, umzuformen und Macht über sie auszuüben.

Dabei ist das Vorgehen widersprüchlich. Zwar werden Gesetze zur Förderung eines bilingualen und bikulturellen Unterrichts verabschiedet, doch gelten diese nicht für gehörlose Kinder; zwar erfuhren die gehörlosen Studenten von Gallaudet große Solidarität auch von öffentlicher Seite beim Kampf für einen gehörlosen Universiäts-Präsidenten, doch gleichzeitig wird in Integrationsprogrammen der Vereinzelung Gehörloser in „normalen“ Schulklassen Vorschub geleistet. Noch immer wird das vitale Leben innerhalb der Gehörlosengemeinschaft nicht zur Kenntnis genommen. Doch die Dinge ändern sich. Mit seinem großen Wissen und seinem genauen Blick für das Detail schildert Lane den Kampf Gehörloser um Wahrnehmung und Anerkennung ihrer Sprache und Kultur.

Lane, Harlan : Die Maske der Barmherzigkeit. Unterdrückung von Sprache und Kultur der Gehörlosengemeinschaft. Geb. / Hardcover, 359 Seiten, Signum 1994, ISBN 3-927731-55-2. EUR 20,45

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Jeder sprach hier Gebärdensprache


Erblich bedingte Gehörlosigkeit auf der Insel Martha's Vineyard

978-3-927731-97-4


Inhalt

Vorwort

Beispiel


Gehörlose haben immer von einer Gemeinschaft geträumt, in der alle die Gebärdensprache beherrschen und alle einander verstehen. Die meisten glauben, so etwas könne es niemals geben. Aber einmal war es doch Wirklichkeit. Davon erzählt Nora E. Groce in diesem Buch.

Ende des 17. und zu Beginn des 18. Jh.s wanderten einige Familien aus England in die Neue Welt aus und ließen sich schließlich auf Martha's Vineyard, einer Insel an der Ostküste der USA vor Massachusetts, nieder. Isoliert vom Festland lebten die meisten von ihnen dort als Bauern und Fischer. Einige Mitglieder der Einwandererfamilien trugen das Taubheitsgen, das sich hier in der Abgeschiedenheit der Insel entfalten konnte. So gestaltete sich das Zusammenleben von Hörenden und Gehörlosen mit all den täglichen Freuden und Nöten in großer Selbstverständlichkeit ohne Sprachbarrieren. Es gab keine Vereine, in denen sich nur Hörende oder nur Gehörlose trafen, und keine Feste, zu denen nur Hörende oder nur Gehörlose eingeladen waren; und es war nichts besonderes, wenn Hörende und Gehörlose den Bund für's Leben schlossen.

Mit dem ausgehenden 19 Jh. änderte sich die Situation auf der Insel, die als nahegelegenes Ferienparadies immer größere Anziehung genoss. Insulaner wiederum zogen auf das Festland, fanden dort Arbeit und gründeten Familien. Die dörfliche und festgefügte Inselgemeinschaft zerfiel langsam und mit ihr ein kleines “Utopia". Heute leben keine Gehörlosen mehr auf Martha's Vineyard, doch die Sehnsucht nach einem Ort, in dem Hörende und Gehörlose ihr Leben teilen, miteinander sprechen und einander respektieren, ist eng mit dem Namen dieser Insel verknüpft.

Groce, Nora Ellen : Jeder sprach hier Gebärdensprache. Erblich bedingte Gehörlosigkeit auf der Insel Martha's Vineyard. Aus dem Amerikanischen von Elmar Bott. Broschur / Paperback, 176 Seiten, Signum 2. Aufl. 2005, ISBN 978-3-927731-97-4. EUR 16,50

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Was ist Deafhood? Gehörlosenkultur im Aufbruch


978-3-936675-18-4

Inhalt

Einleitung


Mit diesem Buch eröffnet Paddy Ladd einen neuen Zugang zur Gehörlosenkultur, der davon ausgeht, dass die Gehörlosengemeinschaft unverzichtbare Beiträge zur Wissenschaft und dem menschlichen Leben im Allgemeinen leistet und weist auf die Fallstricke hin, mit denen ein bisher vorwiegend medizinisches Konzept von Gehörlosigkeit dem (kulturellen) Selbstverständnis der Gehörlosen den Weg versperrt oder erschwert. In Auseinandersetzung mit und als Antwort auf existierende Kulturtheorien entwickelt er sein eigenes Konzept von Gehörlosenkultur. Aus der Einleitung:

„Was ist Gehörlosenkultur? Warum ist sie so außerordentlich wichtig für den Befreiungskampf Gehörloser? Was hat sie den Mehrheitsgesellschaften zu bieten, was könnten sie von ihr lernen? Und warum hat die Welt bisher so wenig von ihr gehört?
Diese Fragen werden sich wohl auch die Gehörlosengemeinschaften stellen und hinzufügen: ‚Warum sind wir es, die für die Beweisführung verantwortlich gemacht werden? Warum müssen gerade wir die Beweise dafür liefern, dass unsere Gebärdensprachen vollständige Sprachen sind und dass die Lebensgemeinschaften gehörloser Menschen tatsächlich Kulturen darstellen?‘ All diese Fragen beschreiben die besondere Herausforderung, der ich mich mit diesem Buch stellen möchte und deren Umrisse sich beim Schließen der Buchdeckel geschärft haben sollten. […] Während [meiner Beschäftigung mit Gehörlosenkultur] begann sich in mir ein neuer Begriff zu formen: Deafhood. Anders als Gehörlosigkeit beschreibt Deafhood indes nicht einen statischen medizinischen Zustand. Stattdessen steht der Begriff für einen Prozess, nämlich das Streben eines jeden gehörlosen Kindes, jeder gehörlosen Familie und jedes gehörlosen Erwachsenen, sich selbst und einander das eigene Sein in der Welt zu erklären. Indem sie ihr Leben gemeinschaftlich teilen und ihre Erklärungen eher erfahren, als Bücher darüber zu schreiben, sind gehörlose Menschen in einer besonderen Alltagspraxis eingebunden, in einen kontinuierlich nach innen und außen geführten Dialog. In diesem Dialog bestätigt sich, dass das Sein als gehörlose Person tatsächlich einen Prozess darstellt, und zwar den des ‚Gehörlos‘-Werdens und -Seins. Darüber hinaus spiegeln sich in ihm unterschiedlichste Interpretationen von Deafhood wider, also Interpretationen dessen, was es bedeuten kann, ein gehörloser Mensch in einer gehörlosen Gemeinschaft zu sein.“

Paddy Ladd: Was ist Deafhood? Gehörlosenkultur im Aufbruch. Broschur, 528 Seiten, Signum 2008, ISBN 978-3-936675-18-4. EUR 35,00

Aus dem Englischen übersetzt von Marion Maier, Rachel Rosenstock und Gabriele Langer.

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Redewendungen der Deutschen Gebärdensprache (Münchner Dialekt)


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Vorwort und Beispiel

Das Buch von Gertrud Mally bietet die erste umfangreiche Dokumentation einer gehörlosen Forscherin zur Deutschen Gebärdensprache.

Es enthält 90 Gebärden-Redewendungen des Münchner Dialekts. Jede Redewendung wird detailliert dargestellt. Die Gebärde wird als Zeichnung (mit Pfeilen für den Bewegungsverlauf) präsentiert und in ihrer Bedeutung erläutert. Ausführliche Textbeispiele pro Redewendung geben Auskunft über kontextgebundene Bedeutungsaspekte.

Aus dem Vorwort der Autorin: „Dieses Buch basiert auf dem Video Redewendungen der Deutschen Gebärdensprache, Münchner Dialekt, das 1992 im Signum-Verlag erschienen ist. Das Buch soll neben dem Video die Möglichkeit bieten, Redewendungen zu erlernen, die wir hier in Süddeutschland benutzen. In diesem Buch werden viele verschiedene Gebärdenzeichen gezeigt, in ihren vielfältigen Bedeutungen. Ich war bei diversen Gehörlosen, habe mich mit ihnen unterhalten und diese Gespräche gesammelt. Gebärdenzeichen, bei denen ich gesehen habe, daß sie besonders häufig unter den Gehörlosen verwendet werden, habe ich herausgegriffen. Es handelt sich bei diesen Gebärdenzeichen hauptsächlich um Gebärden aus dem Münchner Raum, aber auch aus Bayern.

Redewendungen entstehen in direkter und lebendiger Kommunikation. Ihre besondere Bedeutung liegt darin, daß sie komplexe Zusammenhänge, wie zum Beispiel Gefühle, Sinneswahrnehmungen, Eindrücke prägnant auf eine Gebärde bringen können. Der Sprachreichtum der Gebärdensprache liegt gerade in diesen Redewendungen, die sich nur denen erschließen, die diese Sprache beherrschen.“

Mally, Gertrud : Redewendungen der Deutschen Gebärdensprache (München). Eine Gehörlose erforscht und lehrt ihre Sprache. Broschur / Paperback, 184 Seiten, Signum 1993, ISBN 3-927731-36-6. EUR 20,45

Beachten Sie hierzu das ergänzende Video: Mally, Gertrud: Redewendungen der Deutschen Gebärdensprache (Münchner Dialekt). VHS-Video, 3 Videokassetten, Spieldauer 155 Min., Signum 1992. EUR 75,00

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Das große Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache, Version 2

Ein Muss für jeden Gebärdensprachnutzer!


DGSwb2 Cover 200


Das große Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache ist das weltweit größte Wörterbuch einer Gebärdensprache. Erstmals ist der gesamte Gebrauchswortschatz der Deutschen Gebärdensprache mit ca. 19.000 Wörtern und Gebärdenvideos auf einer DVD-ROM für PC und Mac verfügbar und ist seit Erscheinen der 1. Version quasi zum Standard in der Deutschen Gebärdensprache geworden. In stetig zunehmendem Maße wird auch im Bereich der Unterstützten Kommunikation (UK) die Deutsche Gebärdensprache anstelle einzelner Insel-Zeichensysteme eingesetzt.

Das Wörterbuch enthält neben einem umfassenden Wortschatz der Deutschen Gebärdensprache auch DGS-spezifische Begriffe, idiomatische Wendungen, Orientierungsverben, produktive Gebärden, Komparation von Adjektiven und Richtungsverben. So deckt der Wortschatz die einschlägigen Wortfelder vom Kindergarten über Schule und Ausbildung bis in die Arbeitswelt ab. Dazu kommen alle Themen des täglichen Lebens im privaten und gesellschaftlichen Bereich, wie Verkehr, Arztbesuche, soziale Beratung und Kirche bis hin zu Handwerk, Naturwissenschaft, Technik und Kultur. Zum Teil wurden auch Fachwörter aufgenommen, sofern sie zum täglichen Sprachgebrauch gehören oder für Gebärdensprachdolmetscher und Menschen mit Gehörlosigkeit von Bedeutung sind.

Die wesentlichen Funktionen im Überblick

  • Elektronisches Wörterbuch mit ca. 19000 Wörtern und Videos
  • Mit Idiomen, DGS-spezifischen Begriffen, Orientierungsverben, produktiven Gebärden, Komparation von Adejktiven, Richtungsverben, etc.
  • Begriffe in über 100 Rubriken gegliedert
  • Schnelle A-Z Suche
  • Freie Suche nach Wortbestandteilen
  • Suche nach Handformen
  • Suche nach ein- und beidhändigen Gebärden
  • Videosteuerung mit Zeitlupe und Einzelschrittmodus
  • Druckprogramm für Videostandbilder
  • Bei Standbildern wahlweise blauer oder weißer Hintergrund
  • Individuelle Titel und eigene Pfeilzeichnungen für Standbilder
  • Export der Standbilder in eigene Dokumente für Lehr- und Lernunterlagen
  • Online-Aktualisierung

 

Der Kestner wurde mit der Version 2 sowohl inhaltlich, als auch funktional komplett überarbeitet und erweitert. Die neue Version wird ca. 1200 neue und aktualisierte Gebärden enthalten und einige neue Funktionen, die wir von Anregungen der Anwender aufgenommen und umgesetzt haben.

Die neuen Funktionen der Version 2

Die Wörterbuch-Apps für iOS und Android werden voraussichtlich kommendes Jahr auf den selben Gebärden-Inhalt erweitert.


http://kestner.de/n/verlag/produkte/dgswb/dgswb-einfuehrung.htm

Verlag: Karin Kestner
erschienen: 2014
ISBN: 978-3-9812004-9-2
Medium: DVD-ROM
DVD nicht für Fernseher!
Inhalt: ca. 19.000 Wörter und Videos
System: siehe Support

Preisliste

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Projektbeschreibung

Zum Inhalt

Funktionen Version 2

Upgrade Voraussetzungen

Beurteilungen

Demovideo

Das Team

Systemvoraussetzungen

Support Version 2

Support Version 1

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